| Grundsteinlegung am 15. April 2009 | |
![]() Vorbereitungsarbeiten |
![]() Puja (religiöse Zeremonie) zur Grundsteinlegung |
![]() Mutter mit Kind als Stellvertreter der Kinder und Mütter von Farmania |
![]() Sibani Bhattacharya (IH Kolkata) und Kiran Mukerji |
| Der Bau schreitet voran: | |
![]() 16.4.09 |
![]() 17.4.09 |
![]() 20.4.09 |
![]() 20.4.09 |
![]() 25.4.09 |
![]() 29.4.09 |
![]() 2.5.09: Kiran Mukerji überprüft die Baufortschritte |
![]() 5.5.09 |
![]() 11.5.09 |
![]() 19.5.09 |
![]() 30.5.09 |
![]() 9.6.09 |
![]() 14.6.09: Das Dach - von oben... |
![]() ... und von unten |
| Untätigkeit kann man der indischen Regierung im Kampf gegen
Armut nicht unbedingt vorwerfen. In den letzten Jahren hat sie zahlreiche
Programme eingeführt, die den armen Bevölkerungsschichten zu Gute kommen
sollen. Jüngstes Beispiel: Um die Zahl der unter- und mangelernährten Kinder zu
reduzieren und ihnen den Weg in das Bildungssystem zu öffnen, wurde Anfang 2008
die Zahl der ICDS-Zentren1 verdoppelt. In der Praxis ist die Umsetzung jedoch
nicht immer einfach. Es fehlt beispielsweise an geeigneten Räumlichkeiten und
die Lehrerinnen sind für ihre vielen Aufgaben oft unzureichend ausgebildet.
Daher ist die Regierung auf die Zusammenarbeit mit nicht-staatlichen Organisationen
angewiesen, die durch ihre jahrelange Arbeit in den Dörfern die Situation
besser kennen und guten Kontakt zur Dorfbevölkerung haben. Alle Partner der
Indienhilfe greifen in den letzten Jahren vermehrt auf die verfügbaren
Regierungsmittel zurück und setzen sich dafür ein, dass die Menschen in den
Dörfern von den ihnen zustehenden Programmen profitieren. |
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Trotz aller Bemühungen der Regierung bleiben manche Dörfer
aufgrund ihrer Abgeschiedenheit außen vor. Ein Beispiel ist der Weiler Farmania
im Projektgebiet unseres Partners Vikas Kendra: 44 Familien leben in extremster
Armut inmitten der Sumpflandschaft. "In den 1960er Jahren flohen wir vor
der Armut in den Sunderbans2, wo wir unsere Familien nicht mehr ernähren
konnten. Hier fanden wir Arbeit als Tagelöhner in der Landwirtschaft und der
Grundbesitzer erlaubte uns, Bambus-Hütten auf seinem Land zu errichten",
erzählt der alte Mann mit dem eingefallenen Gesicht, den ich bei meinem (wie
immer privat finanzierten) Projektbesuch im Herbst 2007 in Farmania treffe. Die
Entwicklungen der letzten Jahr-zehnte scheinen spurlos an dem Dorf
vorübergegangen zu sein. Es gibt weder Schule noch ICDS-Zentrum, keinerlei
medizinische Versorgung, keinen Strom. Eine einzige schmale Lehmstrasse
verbindet den Ort mit der Außenwelt. Noch immer bestreiten die Menschen ihren
Lebensunterhalt als Tagelöhner in der Landwirtschaft, doch die in jedem Monsun
wiederkehrenden Überschwemmungen (auch jetzt steht das Wasser bis zu den
Haustüren) zerstören immer wieder die Ernte. Ohne Arbeit und Einkommen bleibt
vielen Familien, meist Stammesangehörige (Adivasi), kein anderer Ausweg, als
sich von Schnecken, Ratten, Schlangen sowie den Stängeln und Wurzeln der Wasserlilie
zu ernähren.
"Unsere Kinder müssen zur Schule gehen, nur Bildung kann ihnen ein besseres Leben ermöglichen", fordert ein anderer alter Mann. Obwohl die nächste Grundschule fast 2 km entfernt ist, besuchen 36 der 42 Kinder zwischen 7 und 14 Jahren die Schule. Die meisten kommen nachmittags in das Nachhilfe-Zentrum von Vikas Kendra, das Ende 2006 in Farmania begonnen wurde. Für die Jüngeren gibt es bislang kein Angebot. Keines der 27 Kinder zwischen 1 und 6 Jahren besucht das ICDS-Zentrum, das zu weit entfernt ist, als dass die Mütter ihre Kinder täglich hinbringen könnten. Letztes Jahr passierte das Unglück: Ein Kleinkind fiel in den nahegelegenen Teich und ertrank, weil sich niemand um das Kind kümmern konnte, während die Eltern auf den Feldern arbeiteten. Nach diesem Vorfall flehten die Dorfbewohner die Mitarbeiter von Vikas Kendra an, einen Förderkindergarten (SVK) mit Krippenplätzen in Farmania einzurichten. Weil uns im letzten Jahr die finanziellen Mittel fehlten, mussten die Dorfbewohner auf dieses Jahr vertröstet werden. Seit Mai fahren die Gesundheitsarbeiter von Vikas Kendra regelmäßig nach Farmania und kümmern sich zunächst um den Ernährungszustand der Kinder, die fast alle unterernährt sind, und informieren die Dorfbewohner über vorbeugende Gesundheitsmaßnahmen, persönliche Hygiene etc.
Dörfer wie Farmania gibt es noch viele in Westbengalen und genau um diese möchten wir uns künftig intensiver kümmern. In anderen Dörfern, die von den Regierungsprogrammen erreicht werden, können wir dagegen mittelfristig die Aktivitäten reduzieren, um die Schaffung eines parallelen Bildungs- und Gesundheitssystems zu vermeiden. Dort werden die Projektmitarbeiter die staatlichen Einrichtungen unterstützen und sich für die Qualität der Maßnahmen einsetzen. Doch die zahlreichen Farmanias sind dringend auf unsere Hilfe angewiesen, um den Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen und sie vor Kinderarbeit zu bewahren. Hier können wir vieles tun, doch fehlen uns im Moment die Mittel für zusätzliche Aktivitäten. Wir sind dringend auf Ihre Hilfe angewiesen! Bitte unterstützen Sie uns!