Kurzmeldungen aus den Projekten der Indienhilfe
(September 2009)

Große Fortschritte beim Bau des Kinderzentrums in Farmania
1.000 Bäume gegen Klimawandel
Regenwasserauffanganlage rettet Indienhilfe-Partner vor Feuer
Kinderarbeiter demonstrieren für Recht auf Bildung
Swanirvar intensiviert Zusammenarbeit mit staatlichen Schulen
Nabadisha-Projekt unter neuer Trägerschaft
Herrsching bald Fairtrade-Gemeinde?

Große Fortschritte beim Bau des Kinderzentrums in Farmania

„Der Bau des Kinderzentrums in Farmania läuft viel besser als die meisten meiner anderen Projekte in Westbengalen!“ lobt der ehrenamtlich für die Indienhilfe tätige Tutzinger Architekt Kiran Mukerji die Mitarbeiter unseres Partners Vikas Kendra. Mitte April wurde der Grundstein gelegt, heute steht das Gebäude soweit, dass es den Dorfbewohnern Schutz vor den Monsunregenfällen bietet, die jedes Jahr zu Überschwemmungen führen. Fertig ist das Kinderzentrum jedoch noch nicht: für das Dach sowie für die Einrichtung von Küche, Kinderkrippe und Kindergarten fehlen noch 6.855 Euro. Sehnsüchtig erwarten die Dorfbewohner die Eröffnung des Kinderzentrums, das Platz bietet für die Kinderkrippe, den Förderkindergarten und das Nachhilfezentrum. Neben dem Unterricht werden der Gesundheitszustand der Kinder und die Arbeit mit den Familien eine wichtige Rolle spielen. Schon jetzt finden regelmäßig Gesundheitsprogramme statt. Für den Betrieb des Kinderzentrums benötigen wir etwa 7.000 Euro pro Jahr. Damit werden die Gehältern der beiden Krippenmütter, der beiden Kindergärtnerinnen und des Nachhilfelehrers, eine tägliche nahrhafte Mahlzeit für Kinder und schwangere Frauen sowie Gesundheitsmaßnahmen (Vorsorge und Prävention, Behandlung kranker Kinder) finanziert. Spenden-Stichwort „Farmania“! Wir danken dem Soroptimist Club Fünfseenland Herrsching und dem Impact on Health e.V. (Bad Homburg) für die bisherige Unterstützung.

1.000 Bäume gegen Klimawandel

Eine große Baumpflanzaktion hat unser Partner Vikas Kendra im Rahmen seiner Klimaschutzaktivitäten gestartet: jedes Kind, das einen Förderkindergarten (SVK) oder ein Nachhilfezentren besucht, pflanzt einen Baum in seinem Dorf und kümmert sich – unter Anleitung der Projektmitarbeiter – um dessen Aufzucht. Bei der Auswahl der Bäume wurde Wert darauf gelegt, lokale Arten zu pflanzen, die auch einen Nutzen (Früchte, Heilmittel) für die Dorfbewohner mit sich bringen. Die Kosten für 1.000 Bäume betragen 375 Euro. Neben konkreten Aktionen wie der Pflanzung von Bäumen oder der Förderung von Küchengärten und Biogasanlagen beteiligen sich alle unsere Partner an Aufklärungskampagnen, um die Mitarbeiter und Dorfbewohner über die Ursachen und Folgen des Klimawandels zu informieren und gemeinsam Schritte zu dessen Eindämmung  umzusetzen. Insgesamt haben wir knapp 2.000 Euro für die Klimaschutzmaßnahmen unserer Partner bewilligt. Spenden-Stichwort „Klima“!

Regenwasserauffanganlage rettet Indienhilfe-Partner vor Feuer

Aus unbekannter Ursache brach Ende Februar ein Feuer hinter dem Heilkräutergarten unseres Projektpartners Ektagram Vikas Samiti (EVS) aus. Dank der von der Indienhilfe finanzierten Regenwasserauffanganlage konnten die Mitarbeiter von EVS ihr Projektzentrum und 10 umliegende Häuser mit dem angesammelten Wasser vor der Feuersbrunst retten. Doch im benachbarten Weiler brannten die einfachen, mit Stroh gedeckten Lehm-Hütten völlig nieder und alle 15 Familien verloren ihr weniges Hab und Gut. Mit Unterstützung der Regierung und einer anderen Hilfsorganisation konnten die Familien mit Nahrungsmitteln und einem Satz Kleidung versorgt werden, doch fehlten Kochutensilien, Matratzen und Moskitonetze (zum Schutz vor Malaria). Die Kinder, die alle das Nachhilfezentrum von EVS besuchen, benötigten neue Schulbücher und Schreibsachen. Für diese Dinge stellte die Indienhilfe 460 Euro aus dem Notfallfonds zur Verfügung. Insgesamt wurden 10.000 Euro zum Auffüllen des Notfall-Fonds bewilligt, den unsere Partner bei Bedarf abrufen können – ca. 7.000 Euro fehlen uns noch. Spenden-Stichwort „Notfallfonds“

Kinderarbeiter demonstrieren für Recht auf Bildung

„Schulbesuch – für jedes Kind!“ „Schule statt Kinderarbeit!“ Stolz ziehen die Teilnehmer der beiden Kinderarbeiter-Camps mit ihren selbstgemalten Bannern durch die Dörfer der Kommunen Atghara-Jasaikati und Tepul-Mirzapur, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen und ihr Recht auf Bildung einzufordern. Das Kinderarbeiter-Camp ist Teil der Initiative des von der Indienhilfe mit ihren acht indischen Projektpartnern ins Leben gerufenen Netzwerks gegen Kinderarbeit, das modellhaft in zwei Kommunen (mit ca. 45.000 Einwohnern) jegliche Form von Kinderarbeit abschaffen möchte. Nach der bereits erfolgten Identifizierung von ca. 600 Kinderarbeitern in den Dörfern – bei jedem Kind im Schulalter, das nicht zur Schule geht, kann man von Kinderarbeit ausgehen – werden die Familiensituation und die Ursachen für den Schulabbruch eruiert und ein individueller Plan für die Wiedereinschulung erstellt. Um den Kindern die Angst vor der Schule zu nehmen und sie auf die Rückkehr in den Schulalltag vorzubereiten, fand in beiden Kommunen ein dreitägiges Camp für jeweils 50 Kinder statt. Im Anschluss konnten bislang in Atghara-Jasaikati 35 Kinder, in Tepul-Mirzapur 15 Kinder eingeschult werden. Nun kümmern sich die Mitarbeiter um die Einschulung der restlichen Kinder. Um ihren erneuten Schulabbruch zu verhindern, nehmen die wieder eingeschulten Kinder am Nachhilfeunterricht teil und können sich bei Fragen und Problemen jederzeit an die Projektmitarbeiter wenden. Ca. 6.800 Euro fehlen uns noch für die Aktivitäten unseres Netzwerks gegen Kinderarbeit, das neben den Modell-Kommunen bewußtsbildende Maßnahmen zum Kampf gegen Kinderarbeit in allen Projektgebieten durchführt. Spenden-Stichwort „WBNACL“

Swanirvar intensiviert Zusammenarbeit mit staatlichen Schulen

Begeistert malen, schneiden und kleben die 15 staatlichen Lehrer, die an dem von unserem Partner Swanirvar organisierten Workshop zur Herstellung von Unterrichtsmaterialien Ende Juli teilnahmen. Nach fünf Stunden intensiven Arbeitens, bei dem sie von Mitarbeitern und künstlerisch begabten Schülern angeleitet bzw. unterstützt wurden, hat jeder Lehrer ein Set mit verschiedenen Unterrichtsmaterialien erstellt, z.B. Rechenkarten, Bild- und Buchstabentafeln, und gelernt, wie er diese im Unterricht einsetzen kann. Auf Drängen der Lehrer wird gleich der Termin für einen weiteren Workshop zwei Wochen später festgelegt. Die staatlichen Schulen im ländlichen Indien sind meist sehr schlecht ausgestattet und es fehlt an einfachsten Unterrichtsmaterialien. Daher sind Lehrerfortbildungen eine wichtige Aktivität unseres Projekts „Strengthening Local Institutions for Child Development“, das die Stärkung dörflicher Institutionen und die Verbesserung der Unterrichtsqualität an staatlichen Schulen auf dem Land zum Ziel hat. Trotz der großzügigen Unterstützung der Andreas-Haberger-Stiftung (herzlichen Dank!) fehlen uns noch ca. 13.200 Euro. Spenden-Stichwort „SLI“

Nabadisha-Projekt unter neuer Trägerschaft

Seit 3 Jahren unterstützen wir das von der Polizei von Kalkutta initiierte Nabadisha-Projekt, das die Verbesserung der Bildungs- und Gesundheitssituation von Strassen- und Slumkindern aus besonders kriminogenen Stadtvierteln Kalkuttas zum Ziel hat. In diesem Jahr gab es eine Änderung in der Trägerschaft, denn der bisherige Träger, die Kinderrechtsorganisation CRY, verlagerte ihren Schwerpunkt von direkter Projektarbeit zu stärkerer Lobbyarbeit und gab die Zentren an eine andere Organisation ab, die nicht an einer Zusammenarbeit mit der Indienhilfe interessiert war. Seit Beginn des Projekts hatte die Polizei jedoch Nabadisha-Zentren mit mehreren Trägerorganisationen begonnen, so dass wir seit 1. April 2009 vier Nabadisha-Zentren an neuen Standorten fördern. Träger ist die uns seit vielen Jahren bekannte Organisation „Women’s Interlink Foundation“, die sich vor allem auf die Arbeit mit Kindern und Frauen in Kalkuttas Rotlichtvierteln spezialisiert hat. Wir danken der Firma BBF GmbH München für die Unterstützung des Nabadisha-Projekts. 800 Euro fehlen noch – Stichwort „Nabadisha“!

Herrsching bald Fairtrade-Gemeinde?

Gemeinsam mit dem Arbeitskreis Lebensstile/Eine Welt der lokalen Agenda 21 setzt sich die Indienhilfe dafür ein, dass sich Herrsching im Rahmen der Kampagne „Fairtrade Towns“ als Fairtrade-Gemeinde bewirbt und damit zu gerechteren Handelsstrukturen beiträgt. Neben der Projektarbeit engagiert sich die Indienhilfe seit ihrer Gründung in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit, um bei den Menschen hier in Deutschland ein Bewusstsein für die globalen Probleme zu schaffen und sie zu einem nachhaltigen und zukunftsfähigen Lebensstil anzuregen. Spenden bitte auf Konto „Bildungsarbeit in Deutschland“, von dem Informations- und Bildungsveranstaltungen, Vorträge, die Beteiligung an Kampagnen und das Eine-Welt-Medienzentrum in der Geschäftsstelle finanziert werden.

Spendenkonten der Indienhilfe:
Konto Projekte in Indien                           430 377 663
Konto Bildungsarbeit in Deutschland     430 370 411
bei Kreissparkasse München-Starnberg, BLZ 702 501 50


Die Kurzmeldungen als pdf-Datei (40kb) finden Sie hier!