Kurzmeldungen aus unseren Projekten
(September 2008)

Integrated Development Project Midnapur
Notfall-Hilfe nach Überschwemmungen
Regierung finanziert Tuberkulose-Projekt
EVS bekämpft Malaria-Epidemie mit Heilpflanzen der Ureinwohner
Koordinatorin von Lake Gardens besucht Herrschinger Büro
Pogrome gegen Christen in Orissa
SEVA: Neue Leiterin der Förderkindergärten (SVKs)
Öko-Clubs: 2 Partnerschulen beteiligen sich am Schulgarten-Projekt
Swanirvar: Englisch-Fortbildung für Grundschullehrer geplant
Indienhilfe Kolkata Team plant Spendenaktion für Aktivitäten gegen Kinderarbeit


Integrated Development Project Midnapur

Notfall-Hilfe nach Überschwemmungen
Häuser, Kleidung, Saatgut, Tiere – alles haben die Adivasi im Projektgebiet von IDP Midnapur bei den heftigen Überschwemmungen Anfang Juli verloren. Ursachen der Flut waren die heftigen über 20 Stunden anhaltenden Regenfälle sowie die unangekündigte Öffnung eines Staudammes. Die durch die illegale Abholzung entlang der Ufer verursachte Erosion zerstörte den natürlichen Schutzwall durch alte und tief verwurzelte Bäume. Von Jahr zu Jahr nehmen die Überschwemmungen zu, die den Menschen ihr weniges Hab und Gut rauben – ein 62-jähriger Mann erzählt, er habe sein Haus innerhalb von zwei Jahren dreimal neu aufbauen müssen. Die Mitarbeiter des IDP Projekts konnten mit Unterstützung des „Catholic Relief Service“ sehr schnell Nothilfe für die betroffenen Menschen organisieren. Doch für die zukünftige Projektarbeit werden Fragen von Katastrophenschutz und Prävention eine zunehmende Rolle spielen. Neben Aufforstung und Naturschutz ist die Einführung von Häusern mit beweglichen Elementen geplant.
Regierung finanziert Tuberkulose-Projekt
Die indische Regierung hat eine Vereinbarung mit der Katholischen Bischofskonferenz Indiens getroffen, über kirchliche Infrastruktur Tuberkulose-Bekämpfung durchzuführen. Im Midnapur-Distrikt wurde das IDP-Projekt ausgewählt, die Maßnahmen in den abgelegenen Dörfern durchzuführen. Die bestehenden Nachhilfezentren und Basis-Gesundheitsstationen werden die Anlaufstellen für die Verteilung der Medikamente sein. Bis auf das Personal, das von der Indienhilfe finanziert wird, werden alle nötigen Mittel von der Regierung zur Verfügung gestellt – ein gutes Beispiel, wie unsere Projekte die Regierungsprogramme ergänzen!
Für die Verbesserung der Lebensbedingungen von 5.500 Adivasi-Familien in 77 Dörfern haben wir 08/09 gut 52.500 Euro bewilligt, von denen uns noch 49.000 Euro fehlen. Spenden unter dem Stichwort „IDP Midnapur“

EVS bekämpft Malaria-Epidemie mit Heilpflanzen der Ureinwohner
In Folge der dramatischen Überschwemmungen (s.o.) im Midnapur-Distrikt brach in den Dörfern unseres Partners EVS eine Epidemie maligner Malaria aus. Mehrere Kinder aus den Nachhilfezentren mussten in Krankenhäuser eingeliefert werden, ein 40-jähriger Familienvater starb. Unermüdlich waren die Mitarbeiter im Einsatz, um die Menschen über einfache Schutzmaßnahmen zu informieren und Mücken-Repellents aus lokalen Heilpflanzen zu verteilen. Für die 100 ärmsten Familien finanzierte die Indienhilfe Familien-Moskitonetze aus dem Notfallfonds. Spenden unter Stichwort „Notfallfonds“

Koordinatorin von Lake Gardens besucht Herrschinger Büro

Im Mai besuchte Pallabi Sengupta, die Koordinatorin des Mädchen- und Frauen-Zentrum Lake Gardens, das Indienhilfe-Büro in Herrsching. Anschaulich berichtete sie über Erfolge der jahrelangen Arbeit in den Slums in Kalkuttas Mittelschichts-Viertel Lake Gardens: mit Unterstützung der Mitarbeiterinnen erstattete eine Gruppe Nachhilfe-Schülerinnen des Lake Gardens Zentrums Anzeige gegen einen Mann, der sie auf dem Schulweg sexuell belästigte. Trotz Drohungen und Bestechungsversuchen der Angehörigen des Täters wurde die Anzeige verfolgt und der Gerichtstermin findet demnächst statt. Die Indienhilfe unterstützt die beiden Kinderkrippen für 50 Slum-Kinder, deren Mütter in den umliegenden Haushalten arbeiten, sowie das Open School Programm für 10 junge Frauen, die ihren Schulabschluss nachholen. Gut 13.000 Euro wurden 08/09 bewilligt, von denen uns noch 5.800 Euro fehlen! Spenden unter dem Stichwort „Lake Gardens“

Pogrome gegen Christen in Orissa

Zu gewalttätigen Ausschreitungen gegen Christen kam es in Orissa nach dem Mord an einem hindu-nationalistischen Guru (Details siehe Homepage). Auch unsere von einem Christen geleitete Partner-NGO SHED war betroffen: beim Angriff eines Hindu-Mobs wurden zwei Motorräder verbrannt, Menschen kamen zum Glück nicht zu Schaden. Doch die Situation bleibt angespannt und es ist fraglich, ob unser Vorstand Udo Kirkamp seinen Projektbesuch im Oktober wie geplant durchführen kann. Seit vielen Jahren unterstützt die Indienhilfe SHED, um die elenden Lebensbedingungen der Adivasi, insbesondere der Kinder, in 83 z.T. sehr abgelegenen Bergdörfern sowie 6 Slums in der Distrikthauptstadt Rayagada zu verbessern. Mit einem 08/09 bewilligten Budget von knapp 50.000 Euro gehört SHED zu unseren größten Partnern. 31.500 Euro fehlen noch und SHED wartet dringend auf unsere nächste Überweisung, um die Gehälter zahlen zu können. Spenden unter dem Stichwort „SHED - Orissa“

SEVA: Neue Leiterin der Förderkindergärten (SVKs)

Seit Anfang August ist Mousumi Brahma aus Chatra, Herrschings Partnergemeinde, für die Leitung der 14 Förderkindergärten (SVKs) von Vikas Kendra zuständig. Ziel der Förderkindergärten ist es, 3- bis 6-jährige Kinder aus armen Familien, meist aus den untersten Kasten, in ihrer kindlichen Entwicklung zu fördern und auf die Einschulung vorzubereiten. Die neue Leiterin wird sich neben der Planung und Überwachung des ordnungsgemäßen Betriebs der SVKs, der regelmäßigen Fortbildung der Erzieherinnen sowie der Erstellung von Projektberichten und –abrechnungen zusätzlich um die Einrichtung eines neuen Förderkindergartens mit Krippenplätzen in dem abgelegenen Weiler Farmania kümmern, wo die Menschen in extremster Armut leben. Etwa 8.800 Euro fehlen uns noch für die SVKs. Bitte spenden Sie unter dem Stichwort „SVK“

Öko-Clubs: 2 Partnerschulen beteiligen sich am Schulgarten-Projekt

„Unser selbstangebautes Gemüse schmeckt viel besser als das, das unsere Väter vom Markt mitbringen!“ berichten die am Schulgarten-Projekt unseres Partners Service Center beteiligten SchülerInnen stolz. Auch an zwei Partnerschulen der Indienhilfe wurden im Rahmen der von uns geförderten Öko-Clubs Schulgärten angelegt. Dabei erwerben die Schüler durch eigene Beobachtung und Erfahrung Wissen über ökologische Zusammenhänge, das über die Lektüre von Schulbüchern weit hinausgeht. Gleichzeitig erlernen sie eine wertvolle Überlebenstechnik, die ihnen ihr ganzes Leben hilfreich sein wird. Auch die Achtung vor der Natur erhält für die Schüler/innen durch ihren eigenen Einsatz einen höheren Stellenwert. Die Indienhilfe hat 08/09 gut 8.000 Euro für das Öko-Club-Projekt bewilligt, ca. 5.000 Euro fehlen noch.Spenden unter dem Stichwort „ENRE“

Swanirvar: Englisch-Fortbildung für Grundschullehrer geplant

Die Einführung des Englisch-Unterrichts in den staatlichen Grundschulen gestaltet sich vor allem in den ländlichen Gebieten schwierig, weil die meisten Lehrer dort selbst nur wenige Wörter und einfache Sätze beherrschen. Ende August trafen sich unter Leitung von Sujit Sinha Entwickler alternativer Lehrmethoden in unserer Modell-Slumschule Shikshamitra, um eine zweijährige Englisch-Unterricht-Fortbildung für staatliche Grundschullehrer zu entwickeln. Neben der sprachlichen Kompetenz sollen die Lehrer auch neue Unterrichtsmethoden an die Hand bekommen. Einige Schulen haben bereits Interesse signalisiert. Damit kommt Swanirvar seinem Ziel, den staatlichen Unterricht qualitativ zu verbessern, einen großen Schritt näher. Für die Arbeit von Swanirvar haben wir 08/09 gut 33.000 Euro bewilligt, 17.500 Euro fehlen uns noch!  Spenden unter dem Stichwort „Swanirvar“

Indienhilfe Kolkata Team plant Spendenaktion für
Aktivitäten gegen Kinderarbeit
Um die Aktivitäten des von der Indienhilfe initiierten Netzwerks gegen Kinderarbeit (WBNACL) zu unterstützen, planen unsere Kollegen im IH Kolkata Büro, Spendenaktionen in der indischen Mittel- und Oberschicht. Das Netzwerk, dem alle Partner der Indienhilfe angehören, hat es sich zum Ziel gesetzt, in der Öffentlichkeit Bewusstsein für die Problematik der Kinderarbeit zu schaffen und einen Beitrag zu deren Abschaffung zu leisten. Als nächstes ist geplant, während der Durga-Puja-Feierlichkeiten einen Preis für Restaurant- und Ladenbesitzer auszuschreiben, die keine Kinderarbeiter beschäftigen, und damit eine Informationskampagne zu verknüpfen. Bis das Netzwerk allerdings vollständig aus indischen Mitteln finanziert werden kann, wird es noch einige Zeit dauern. Daher hat die Indienhilfe für 2008/09 gut 5.200 Euro bewilligt, von denen uns noch 4.000 Euro fehlen. Spenden unter dem Stichwort „WBNACL“


Spendenkonten der Indienhilfe:
Konto Projekte in Indien   430 377 663
Konto Bildungsarbeit in Deutschland 430 370 411
bei Kreissparkasse München-Starnberg, BLZ 702 501 50


Die Kurzmeldungen können Sie hier als pdf-Datei runterladen!