Regenwasser-Auffanganlage rettet Indienhilfe Partnerorganisation vor Feuer

„Feuer! Es brennt! Hilfe!“ schallt es durch das Adivasi-Dorf Ektagram im West Midnapur Distrikt Westbengalens, in dem die Menschen in extremster Armut leben. Im Wald, direkt hinter dem Heilkräutergarten unseres Projektpartners Ektagram Vikas Samiti (EVS) war Ende Februar aus unbekannter Ursache ein Feuer ausgebrochen, das sich durch den kräftigen Wind schnell ausbreitete. Mit Eimern und sämtlichen verfügbaren Gefäßen schleppten die Mitarbeiter und Dorfbewohner das in der von der Indienhilfe finanzierten Regenwasser-Auffanganlage angesammelte Wasser heran, um das Feuer zu bekämpfen. Durch ihre Bemühungen konnten sie das Projektzentrum und die umliegenden 10 Häuser retten, doch für den benachbarten Weiler kam die Hilfe zu spät: innerhalb von 30 Minuten waren die einfachen, mit Stroh gedeckten Lehm-Hütten vollständig niedergebrannt und alle 15 Familien verloren ihr weniges Hab und Gut. Die herbei gerufene Feuerwehr war 12 Stunden im Einsatz, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen und die Zerstörung weiterer Dörfer zu verhindern. Personen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden.

Kaum war das Feuer unter Kontrolle, begann das Team von EVS mit ersten Notfallmaßnahmen für die betroffenen Familien, aus denen 18 Kinder die Nachhilfezentren von EVS besuchen. Mit Unterstützung der Regierung und einer anderen Hilfsorganisation konnten die Familien mit Nahrungsmitteln und einem Satz Kleidung versorgt werden. Seit einem Monat dient die örtliche Grundschule als Notunterkunft, im Moment werden provisorische Hütten errichtet. Inzwischen haben alle Familien, die zu den Ärmsten der Armen in der Gegend gehören, neue Lebensmittelmarken bekommen, mit denen Menschen unterhalb der Armutsgrenze von 1$ pro Tag vom Staat Lebensmittel (10 kg Reis pro Monat und Familie) bekommen.

Doch was den Familien fehlt, sind Küchengegenstände wie Töpfe, Pfannen, Geschirr zum Kochen sowie Teller und Gläser und Gefäße zum Aufbewahren von Lebensmitteln und Trinkwasser. Die Indienhilfe ist hier mit ihrem Notfallfond eingesprungen: 460 Euro wurden zur Verfügung gestellt, um die Familien mit dem Nötigsten auszustatten. Neben den Küchenutensilien wurden Matratzen und Moskitonetze (zum Schutz vor Malaria) sowie ein zweiter Satz Kleidung finanziert. Für die Kinder gab es neue Schulbücher und Schreibsachen, damit sie nach der Katastrophe weiterhin zur Schule gehen können.

Einen ausführlichen Bericht (englisch) mit Fotos finden Sie hier (pdf, 7,3 MB)

Wenn auch Sie den Notfallfonds der Indienhilfe unterstützen möchten, spenden Sie bitte unter dem Stichwort „Notfallfond“ auf das Konto 430 377 663 bei Kreissparkasse München-Starnberg, BLZ 702 501 50.