Etwa 7 % der indischen Bevölkerung gehören den Adivasi (= "Erste Bewohner"), d.h. den Stammesvölkern an. Etwa 1500 v.Chr. wanderten arische Stämme aus Mittelasien nach Indien ein und entwickelten die hinduistische Kultur. Die ursprüngliche Bevölkerung wurde zum Teil in das Kastensystem an unterster Stelle integriert ("Unberührbare"), z.T. in die weniger fruchtbaren Gebiete oder in Bergregionen verdrängt. Letztere Gruppen lebten getrennt von der Hindukultur und behielten zum größten Teil ihre alten Naturreligionen sowie ihre Sprachen.
Die Adivasi, die hauptsächlich von den Erträgen der Wälder lebten, sind von der aktuellen Umweltproblematik, insbesondere der Entwaldung, praktisch ihrer Lebensgrundlagen beraubt. In den Adivasi-Regionen ist die Versorgung mit Gesundheits- und Bildungseinrichtung noch geringer als im restlichen Indien. Durch ihre mangelnde Schulbildung haben sie kaum eine Chance auf sozialen Aufstieg.
Im Stammesgebiet der Kondh etwa, im Süden Orissas, leiden die Menschen unter einer ständigen massiven Unterernährung, die in immer wiederkehrenden Hungerperioden gipfelt.