Zyklon Aila: Schwere Verwüstungen in Westbengalen

Am 25. Mai 2009 hinterließ Zyklon Aila eine Spur der Verwüstung in 13 der 19 Distrikte Westbengalens: 117 Tote,
zahllose ertrunkene Haus- und Wildtiere, entwurzelte Bäume, 600.000 teilweise oder ganz zerstörte Lehmhütten und Häuser, mit denen oft auch alle Habseligkeiten der Bewohner vernichtet sind, 4,6 Millionen betroffene Menschen, von denen 130.000 in 530 Notlagern untergebracht sind, durch Salzwasser und Kontamination unbrauchbar gemachteTrinkwasserbrunnen und Felder, vernichtete Ernten, zerstörte elektrische Leitungen und Funktürme, mehr als 4.000 Kilometer zerstörter Flussdeiche - eine ständige Bedrohung gerade jetzt, zu Beginn der Monsunzeit. Wegen des Klimawandels kommt es immer häufiger zu Zyklonen und Starkregen mit Überschwemmungen. Der Anstieg des Meeresspiegels bedroht die Meeresspiegelhöhe liegenden Gebiete extrem. 

In den weltweiten Medien fand der Zyklon nur geringe Beachtung, die Menschen, die meist zu den ärmsten Bevölkerungsschichten gehören, werden einfach ignoriert. Doch unsere Projektpartner lassen die Überlebenden des Zyklons nicht im Stich und auch von Seiten des indischen Staats gibt es unterstützung: Die
Frühwarnsysteme der Regierung sind in den letzten Jahren verbessert und die Bürger in vielen der mehr als 25.000 betroffenen Dörfer in “Disaster Preparedness” geschult worden. Die Menschen wussten, was im Katastrophenfall zu tun war und die meisten konnten sich auf höher gelegenem Land, auf Hausdächern, in Bäumen in Sicherheit bringen. Innerhalb von 24 Stunden kam die State Inter Agency Group Westbengalens zusammen, Vertreter der wichtigen internationalen und nationalen NGOs sowie von UNICEF und UNDP, um ihre Maßnahmen abzustimmen. Es geht darum, die Hilfsaktionen der Regierung, die bislang 20 MillionenEuro bereitgestellt hat, zu ergänzen, nicht zu ersetzen, z.B. bei der Erstversorgung abgelegener Gebiete durch freiwillige Helfer, bei der Erfassung der Schäden und einer zügigen Meldung an die zuständigen staatlichen Stellen, bei der Organisation einer gerechten Verteilung der Hilfen an die wirklich Bedürftigen und schließlich bei der Organisation der Rehabilitierungsmaßnahmen. NGO-Mitarbeiter arbeiten sich oft als erste in die betroffenen Gebiete vor.

Auch unsere Partner Swanirvar und Service Centre sind an vorderster Front dabei. Über ihre Verbindungen mit lokalen Bürgerinitiativen, Bauern- und Frauen-Selbsthilfegruppen und kommunalen Gremien stellen sie den örtlichen Hilfsbedarf fest. Service Centre berechnet allein für die 54.000 Familien in 233 Dörfern, um die sie sich kümmern können, einen Finanzbedarf von ca. 160.000 Euro für die Erstversorgung - 3 Euro pro Familie. Die NGOs transportieren zu Land und per Boot Trockennahrung, Trinkwasser, Mittel zurWasserdesinfektion, Medikamente, Kleidung und Hygieneartikel als Akuthilfe in die Dörfer und Auffanglager. Die organisatorische Hilfe der NGOs wird auch für die dringende Reparatur der Flussuferbefestigungen benötigt. Bei jeder Flut strömt im Küstengebiet, Meerwasser flussaufwärts, tritt ohne Deiche über die Ufer, überschwemmt die Dörfer und versalzt das Agrarland. Unsere Partner unterstützen die Gemeindeverwaltungen (Panchayats), ihren Bedarf an den Distrikt-Magistrat zu melden und arbeiten im Katastrophen-Rehabilitations-Ausschuss auf Bezirksebene mit.

In Indien hilft jeder nach seinem Vermögen - während Cricketstar Sourav Ganguli 6 Mio. Rupies (etwa 92.000 Euro) zugesagt hat, spendeten Swanirvars bescheiden bezahlte landwirtschaftliche Mitarbeiter spontan einen Tageslohn.

Aus unserem zur Neige gehenden Notfallfonds vor Ort haben wir sofort 100.000 Rs, ca. 1.500 Euro, zur Verfügung gestellt. Viel mehr wird gebraucht! Helfen Sie den Opfern des Zyklons und des Klimawandels mit Ihrer Extra-Spende auf unser Projektkonto unter dem Stichwort Aila!