Aktuelle Kampagnen:
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Indien - Steinbrucharbeitern in Rajasthan wird das Recht auf Nahrung vorenthalten
Im
Soorsagar Bergbaugebiet, Jodhpur District, Rajasthan, werden rund
40.000 Steinbrucharbeiter und ihre Familien von Unterernährung und
Hunger bedroht. Außerdem sind diese Arbeiter ständig
schweren und chronischen Berufskrankheiten wie Asthma, TBC und Silikose
ausgesetzt, sodass viele von ihnen arbeitsunfähig werden und oft
schon in recht jungen Jahren sterben. Ihre Arbeitslöhne sind in
aller Regel so niedrig, dass sie kaum ihre Familien ernähren
können. Sehr viele Frauen und Kinder sind genötigt, ihre
Männer bzw. Väter bei der Arbeit zu unterstützen, wenn
diese erkrankt, oder gar zu ersetzen, wenn sie verstorben sind; auch
sie müssen dann unter diesen fürchterlichen Bedingungen in
den Steinbrüchen arbeiten, um dem Hungertod zu entgehen.
Hintergrund
Rajasthan,
flächenmäßig das größte Land der indischen
Republik, wird der Staat der Minen und Mineralien genannt. Denn Bergbau
ist dort, nach Landwirtschaft, der größte Wirtschaftszweig.
Typisch für ihn ist seine höchst mangelhafte Planung und
Organisation, wodurch sowohl der Bevölkerung als auch der Umwelt
große Schäden entstehen.
Um die 325.000 Menschen sind in
Rajasthan ca. 12.000 Bergwerken und rund 20.000 Steinbrüchen
beschäftigt; darüber hinaus gibt es noch Tausende von nicht
registrierten Minen oder Steinbrüchen. Insgesamt sind etwa zwei
Millionen (der rund 60 Millionen) Rajasthanis unmittelbar vom Bergbau
abhängig. Das Alter der darin Arbeitenden reicht von fünf bis
über 50 Jahre; nahezu zwei Fünftel von ihnen sind Frauen, und
rund 15 Prozent sind Kinder, die den Anforderungen dieser harten Arbeit
natürlich nicht gewachsen sind.
Die meisten Steinbrucharbeiter sind
überdies Angehörige niedriger Kasten oder ethnischer
Minoritäten und haben keinen Zugang zu Land, um für sich
selbst Nahrungsmittel anbauen zu können. Eine große Zahl von
ihnen wäre eigentlich zur Unterstützung durch Indiens
öffentliche Sozialprogramme (wie z.B. das National Family Benefit
Scheme oder das National Old Age Pension Scheme) berechtigt; doch sehr
vielen der Bedürftigen, zumindest in dieser Region, ist der Zugang
zu den Leistungen dieser Programme verwehrt und bleibt deshalb nichts
Anderes übrig, als um ihres Überlebens willen im Bergbau zu
schuften.
Die Arbeitslöhne in den
Steinbrüchen sind kläglich. Selbst diejenigen, die als
Facharbeiter bezahlt werden und das ganze Jahr lang fast ohne einen
freien Tag durcharbeiten, sind kaum in der Lage, ihre Familien zu
unterhalten. Zahlreiche Arbeiter sind daher unterernährt, also
körperlich geschwächt und umso anfälliger für die
branchentypischen Berufskrankheiten Asthma, TBC und vor allem Silikose.
Dass sie dennoch alle - dazu auch noch viele Frauen und Kinder, die
ihre erkrankten oder bereits verstorbenen Männer bzw. Väter
in den Steinbrüchen ersetzen müssen - unter solch
unsäglichen Bedingungen diese Arbeit tun, hat einen einfachen
Grund: die einzige Alternative wäre Verhungern.
Im Soorsagar Bergbaugebiet des
Distrikts Jodhpur, Rajasthan, sind ca. 40.000 Arbeiter den genannten
Berufskrankheiten ausgesetzt. Die Sicherheitsauflagen zum Schutz vor
den gesundheitlichen Gefahren dieser Art von Arbeit werden, obwohl
gesetzlich bindend, von den Minen-Besitzern fast nirgendwo eingehalten.
Obwohl das einschlägige Bergbau-Gesetz (Mines Act) von 1952 genaue
Vorgaben für Arbeitszeiten, Sicherheitsvorkehrungen u.a.m. macht,
ist die Zahl der Arbeitsunfälle und der von Berufskrankheiten
Betroffenen ungemein hoch. Und während die speziellen
Silikose-Regelungen in Rajasthan (Silicosis Rules, 1955) genau
vorschreiben, welche Kompensationen im Falle der Erkrankung den
Betroffenen zu leisten sind, kommen diese oder ihre Familien
erfahrungsgemäß nur ganz selten zu ihrem Recht.
Menschenrechtliche Verpflichtungen Indiens
Als Unterzeichner des Internationalen
Paktes für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte ist die
Republik Indien - und somit auch sein Bundesstaat Rajasthan - dazu
verpflichtet, das Recht der Steinbrucharbeiter und ihrer Familien auf
Nahrung zu respektieren und zu erfüllen. Bislang versäumt es
die Regierung, die Minen-Besitzer dazu zu bringen, dass sie die
gesetzlichen Regelungen zum Schutz dieses Rechts einhalten. Solange
aber dies der Fall ist und durch die Unternehmer weder eine
adäquate Ernährung der Arbeiter und ihrer Familien noch
hinreichende Kompensationen für berufsbedingte Erkrankungen
sichergestellt sind, ist der indische Staat selbst verpflichtet,
für die Betroffenen den Zugang zu Nahrung und Gesundheitsdiensten
zu gewährleisten.
Aktion
Eine internationale Briefkampagne
gegen diese Verletzungen des Rechts auf Nahrung in Rajasthan ist
dringend erforderlich. Bitte schreiben Sie einen höflichen Brief
an den Gouverneur von Rajasthan (und senden Sie davon eine Kopie an die
National Commission of Human Rights in New Delhi)! Bitten Sie ihn,
seinen Verpflichtungen zur Wahrung des Menschenrechts auf Nahrung
nachzukommen und all denen, die in der genannten Region unter Hunger
leiden und vom Verhungern bedroht sind, sicheren Zugang zu
Nahrungsmitteln zu verschaffen.
Ende der Aktion: 15. Mai 2009
Bitte informieren Sie FIAN über Reaktionen auf Ihre Briefe!
Ein Brief nach Übersee kostet aus Deutschland 1,70 Euro, aus Österreich 1,40 Euro, aus Belgien 0,90 Euro.
Einen Musterbrief finden Sie unter
http://www.fian.de/fian/index.php?option=com_urgentactions&Itemid=176&uaID=459
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Survival International (www.survival-international.de)
Die Dongra Khond brauchen Sie: Heiliger Berg von britischem Bergbauvorhaben bedroht
Die
britische Bergbaugesellschaft Vedanta Resources plant den Abbau von
Eisenerz am Niyamgiri Berg im indischen Bundesstaat Orissa. In der
Kultur der Dongria Kondh wird dieser Berg wie eine Gottheit verehrt.
Der
Tagebau würde zudem den Waldbestand beschädigen, der für
den Lebenserhalt der Dongria Kondh unerlässlich ist
Werden Sie aktiv: http://www.survival-international.de/stammesvolker/dongria
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International Rivers (www.internationalrivers.org)
The Road to Dooomsday (Dokumentarfilm)
This
20-minute documentary by Tapas Majumdar, Indrajit Das and Souparna
Lahiri, shot in 2006 and 2007, narrates the story of the changing
landscape of West Bengal and Sikkim in the Himalayas in Northern India.
The region is home to the fierce Teesta River, tropical evergreen
forests, cultivated lands in the foothills of the mountains and small
community settlements. Today, the Teesta River, called the lifeline of
Sikkim, is being devastated by two large hydropower projects,
Teesta III and Teesta IV, constructed by India’s state-owned
National Hydroelectric Power Corporation (NHPC).
Both dams are referred to as run-of-river projects, implying that they
will have little impact on the surrounding environment. Neither the
project developer nor the government want to recognize the short and
long-term impacts the two projects will have on the surrounding
ecology, environment and the lives and livelihoods of the people who
call Sikkim home. But, the film shows that as construction progresses,
the projects are leaving their mark on the environment, signaling an
uncertain future for the people and the ecology of Sikkim and West
Bengal. As the projects near completion, the landscape is changing;
there looms the very real possibility that the beautiful Darjeeling
Hills, drained by the Teesta River, will soon exist only in the
peoples’ memory.
Den Film finden Sie unter:
http://www.internationalrivers.org/en/node/3802