Landwirtschaftsförderung

Bereits jetzt leben in Indien über eine Milliarde Menschen. Um sie zu ernähren, müssen die Ernteerträge des riesigen Landes weiter gesteigert werden. Die "Grüne Revolution" mit ihrem massiven Chemieeinsatz brachte seit den 60er Jahren erhebliche Ertragssteigerungen, aber auf Kosten der Ökologie und Gesundheit. Seit den 80er Jahren stagnieren die Ernten. Was tun?

Die Antwort der Indienhilfe-Partner ist "Standortgerechter Landbau"

Die Indienhilfe-Partnerorganisation SEVA hat mit ihrem Projekt Vikas Kendra bei Kalkutta eine Vorreiterrolle bei der Verbreitung des ökologischen Landbaus eingenommen:

  • In einem vierjährigen Versuchsprojekt "Chemiefreier Anbau" stellten 100 Bauern Teile ihrer Anbaufläche auf ökologischen Landbau um. Das wirtschaftliche Risiko dabei trug das Projekt. Die Vorteile wurden für die umliegenden Bauern so deutlich, daß viele selbständig auf die "neuen" Anbaumethoden umstellen. Die systematische Kompostbereitung wurde in der gesamten Projektregion verbreitet.
  • Boden- und Wasseranalysen ermöglichen einen gezielten Einsatz von natürlichen Düngern.
  • Die Identifizierung von Schädlingen im Labor des Projekts gibt Bauern die Chance, frühzeitig und zielgerichtet biologische Schädlingsbekämpfung durchzuführen.
  • Ein Heilkräuterprogramm soll die Anwendung lokaler Medizin fördern.

Verdienst auf kleinsten Flächen

In der Projektregion Vikas Kendras besitzen 50 % der Bevölkerung kein Ackerland, 37 % haben weniger als 0,5 ha zur Verfügung. Um die Ernährungssituation und das Einkommen armer Familien kurzfristig zu verbessern, werden u.a. folgende Maßnahmen durchgeführt:

  • Förderung von Küchengärten durch Beratung und Verteilung ertragreicher Gemüsepflanzen
  • Veredelung von vorhandenen Obstbäumen
  • Verteilung von Setzlingen (Papaya, Mango, Kokosnuß ...)
  • Abgabe von Areca- und Pfefferpflanzen, mit denen auf kleinsten Flächen ein guter Ertrag erzielt werden kann.

Diese Maßnahmen zusammen mit ständiger Bewußtseinsarbeit, Schulungen für Bauern und Großveranstaltungen helfen den Kleinbauern und Landlosen, einen Weg aus der Abhängigkeit von Geldverleihern und Pestizidhändlern zu finden und neue Perspektiven zu entwickeln.Ein Mini-Damm ermöglicht Bewässerung

Neue Ziele: Standortgerechter Landbau in trockenen Zonen

Wie sich in den letzten 12 Jahren gezeigt hat, können die bisher angewandten Methoden die Situation der Menschen im wasserreichen, fruchtbaren Gangesdelta nachhaltig verbessern. Eine neue Herausforderung sieht SEVA in der Entwicklung angepaßter Methoden für ein extrem trockenes, regenarmes Gebiet, etwa 200 km nordwestlich von Kalkutta, das überwiegend von Adivasi, den indischen Ureinwohnern besiedelt wird.

SEVA begann dort mit dem neuen Projekt "Manab Jamin" (Mensch und Land). Auf einem Hektar Land wurde mit Pflanzungsversuchen begonnen. Der Boden ist extrem trocken, säure- und kalziumhaltig. Es wird versucht, Pflanzen anzubauen, die unter diesen Bedingungen wachsen und die zur Verbesserung des Bodens beitragen können. Die Anlage von Regenrückhaltebecken soll Bewässerung und damit eine zweite Ernte ermöglichen.

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