Bereits jetzt leben in Indien über eine Milliarde Menschen. Um sie zu ernähren, müssen die Ernteerträge des riesigen Landes weiter gesteigert werden. Die "Grüne Revolution" mit ihrem massiven Chemieeinsatz brachte seit den 60er Jahren erhebliche Ertragssteigerungen, aber auf Kosten der Ökologie und Gesundheit. Seit den 80er Jahren stagnieren die Ernten. Was tun?
Die Indienhilfe-Partnerorganisation SEVA hat mit ihrem Projekt Vikas Kendra bei Kalkutta eine Vorreiterrolle bei der Verbreitung des ökologischen Landbaus eingenommen:
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In der Projektregion Vikas Kendras besitzen 50 % der Bevölkerung kein Ackerland, 37 % haben weniger als 0,5 ha zur Verfügung. Um die Ernährungssituation und das Einkommen armer Familien kurzfristig zu verbessern, werden u.a. folgende Maßnahmen durchgeführt:
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Diese Maßnahmen zusammen mit ständiger Bewußtseinsarbeit, Schulungen für Bauern und
Großveranstaltungen helfen den Kleinbauern und Landlosen, einen Weg aus der Abhängigkeit
von Geldverleihern und Pestizidhändlern zu finden und neue Perspektiven zu entwickeln.
Wie sich in den letzten 12 Jahren gezeigt hat, können die bisher angewandten Methoden die Situation der Menschen im wasserreichen, fruchtbaren Gangesdelta nachhaltig verbessern. Eine neue Herausforderung sieht SEVA in der Entwicklung angepaßter Methoden für ein extrem trockenes, regenarmes Gebiet, etwa 200 km nordwestlich von Kalkutta, das überwiegend von Adivasi, den indischen Ureinwohnern besiedelt wird.
SEVA begann dort mit dem neuen Projekt "Manab Jamin" (Mensch und Land). Auf einem Hektar Land wurde mit Pflanzungsversuchen begonnen. Der Boden ist extrem trocken, säure- und kalziumhaltig. Es wird versucht, Pflanzen anzubauen, die unter diesen Bedingungen wachsen und die zur Verbesserung des Bodens beitragen können. Die Anlage von Regenrückhaltebecken soll Bewässerung und damit eine zweite Ernte ermöglichen.