Informationsveranstaltungen zum Trinkwasserprojekt in Herrschings indischer Partner-gemeinde Chatra bei Kolkata

Die Indienhilfe freut sich, dass sie das Projekt „Sauberes Trinkwasser für eine benachteiligte Bevölkerungsgruppe in Chatra“ (Safe Drinking Water Project – SDWP – Chatra) in Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen GmbH adelphi research in Berlin/ München auf den Weg bringen konnte. Ohne Initiative durch die Herrschinger Bürgermeister Schiller und Böckelmann und die aktive ehrenamtliche Mitarbeit von Gerhard Oßwald, einem inzwischen in Rente gegangenen Mitarbeiter der AWA – Ammersee Wasser und Abwasser gkU, hätte die Indienhilfe nicht gewagt, solch ein technisches Projekt in Angriff zu nehmen.

Die ersten Schritte in einem längeren Umsetzungsprozess sind getan und das deutsch-indische Projektteam wird darüber berichten – die Indienhilfe lädt die Herrschinger Bürger und Bürgerinnen und alle Interessierten sehr herzlich ein, zu kommen und sich zu informieren:

  • ausführlich als öffentliche Präsentation im Rahmen der Mitgliederversammlung 2016 der Indienhilfe am Samstag, den 15. Oktober von 16 bis 17.30 Uhr
  • als Kurzfassung in der Gemeinderatssitzung am Montag, den 17. Oktober um 19 Uhr, Rathaus Herrsching, Bahnhofstraße - Sitzungssaal

Referenten sind Ronjon Chakrabarti und Jonas Bunsen von adelphi Berlin und Frau Manisha Banik von der adelphi-Außenstelle Kolkata, Wasserbauingenieurin. Beide Male ist Gelegenheit für Rückfragen, Anregungen, Diskussion.

weitere Informationen zum Partnerschaftsprojekt finden Sie hier.

Zum Hintergrund: Die Indienhilfe wird bei ihrer Jahresversammlung am 15.10. (13 – 18 Uhr – wir informierten) einen Beschluss zur weiteren Zusammenarbeit mit adelphi fassen. Dazu gibt es die folgende Beschlussvorlage:

Beschluss-Vorlage zu TOP 9:

Beschlussfassung zur Zusammenarbeit mit adelphi research gGmbH Berlin zur Durchführung des Safe Drinking Water Project Chatra (Versorgung eines besonders benachteiligten Ortsteils – Ghoshpur Adivasi Para – mit arsenfreiem sauberem Trinkwasser)

Vorgeschichte/ aktueller Stand

Nach einem Vorlauf von vier Jahren, begleitet von der „Arbeitsgruppe Trinkwasserprojekt Chatra“ (mit Vertretern der Gemeinde Herrsching, der AWA und der Indienhilfe) konnte 2015/16 ein geeigneter Partner zur Durchführung des Städtepartnerschaftsprojektes[1] gefunden werden.

Die Idee eines handfesten und eher technisch ausgerichteten Solidaritätsprojektes mit Chatra war im Gespräch von 1. Bürgermeister Schiller mit der Leiterin des Indienhilfe-Teams Kolkata, Sibani Chakraborty, am 14.11.2011 im Herrschinger Rathaus entstanden. Es folgten Gespräche von Frau Chakraborty mit dem Bürgermeister von Chatra, der sofort die prekäre Trinkwasserversorgung insbesondere der ärmsten Bewohner der 30.000-Einwohner-Gemeinde bei Kolkata ansprach. In Chatra, wo Rohrbrunnen für den Großteil der Bevölkerung die meistgenutzte Trinkwasserquelle sind, bildet die Verunreinigung von Grundwasser mit Arsen ein schwerwiegendes gesundheitliches Risiko. Erste sichtbare gesundheitliche Schäden, die durch den Konsum des Wassers auftreten, sind in der Regel krankhafte Störungen der Haut. Langfristig kann der Konsum von arsenverseuchtem Trinkwasser sogar das Nerven-, Nieren- oder respiratorische System angreifen, die frühkindliche Entwicklung bei Neugeborenen stören oder zu Krebserkrankungen führen. Das IH-Kolkata-Team entwickelte vor Ort mit den Betroffenen erste Projektideen und Bürgermeister Schiller kontaktierte die AWA Ammersee – Wasser- und Abwasserbetriebe gkU mit Sitz in Herrsching, ob eine fachliche Zusammenarbeit möglich sei, was positiv beschieden wurde. Seither wirkt der AWA-Ingenieur Gerhard Oßwald mit jahrzehntelanger Erfahrung,  inzwischen im Ruhestand, ehrenamtlich in der Arbeitsgruppe mit.

2012 folgte ein Besuch des damaligen Bürgermeisters von Chatra, Adhir Roy, in Herrsching, um die Projektideen vorzustellen. Herr Oßwald identifizierte eine mögliche Methode der Arsenfreimachung, die in Westbengalen bereits in mehreren Pilotanlagen umgesetzt wurde. 2. Bürgermeister Hans-Jürgen Böckelmann reiste 2013 auf eigene Kosten nach Indien, besuchte eine dieser Anlagen und führte weitere Gespräche mit den Vertretern der Gemeinde Chatra. Und es war wiederum Herr Oßwald, der die Organisation adelphi ausfindig machte, mit der im Auftrag der IH seit Mai 2016 in einer Einstiegsphase eine Bedarfsanalyse und eine Konzepterstellung für das Projekt durchgeführt werden. In weiteren drei Phasen in den Jahren 2017-2020 soll dieses Konzept einer Machbarkeitsstudie sowie finanzieller Bewertung unterzogen werden; es folgen die Konstruktion und Inbetriebnahme der Anlage, welche von einem intensiven Überwachungsprogramm begleitet wird. Im Fokus stehen vor allem die Nachhaltigkeit sowie die partizipative Umsetzung des Projekts. Jeweils nach Abschluss einer Phase wird das Konzept für die nächste ggf. modifiziert und werden die nötigen Vereinbarungen zwischen adelphi research und Indienhilfe getroffen. Die IH und ihr indisches Expertenteam sind in die Umsetzung aktiv einbezogen, ebenso wie die Gemeinde Herrsching. Die Partnerschaft erhält durch das Projekt neue Impulse, z.B. durch die Einbeziehung der Schulen in Herrsching und Chatra. Im Februar 2016 fand ein von der Gemeinde Herrsching finanzierter gemeinsamer Besuch von Vertretern der IH, der Gemeinde Herrsching, der Gemeinde Chatra und von adelphi in unterschiedlichen Modellprojekten und bei den zuständigen staatlichen Behörden in Westbengalen statt.

Kooperationspartner

adelphi research wurde 2001 in Berlin als gemeinnützige und unabhängige Institution für angewandte Umweltforschung und Politikanalyse gegründet. Mit praxisnahen Projekten und konkreten Handlungsvorschlägen leistet adelphi research einen wichtigen Beitrag zur Förderung von Umweltschutz und gesellschaftlicher Entwicklung, Armutsbekämpfung, Friedensentwicklung sowie wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Teilhabe in Entwicklungs- und Schwellenländern.

adelphi research ist vom Finanzamt für Körperschaften I in Berlin zuletzt mit Bescheid vom 15.03.2016 als gemeinnützig anerkannt. adelphi research fördert folgende gemeinnützige Zwe />


[1] Herrsching und Chatra unterhalten eine offizielle Städtepartnerschaft seit 1996 (Freundschaftsvertrag, als Partnerschaftvertrag erneuert im Juli 2005)