Nord-Süd-Schulpartnerschaften

Die Indienhilfe hat es sich zur Aufgabe gemacht, Schulpartnerschaften zwischen Schulen in Bayern und Schulen in West-Bengalen zu vermitteln und zu begleiten, und betreut momentan erfolgreich vier Schulpartnerschaften in und um München. Unterschiedliche Schwerpunktsetzungen machen eine Nord-Süd-Schulpartnerschaft zu einem spannenden Unternehmen für jede Schulart - lassen auch Sie sich auf das Abenteuer ein!

Foto: Jörg Reuther

Warum eine Nord-Süd-Schulpartnerschaft?

  • Förderung Globalen Lernens
  • Entwicklung interkultureller Kompetenz
  • Kenntnisse über globale Zusammenhänge
  • Solidarität mit Menschen in/aus 'Dritter Welt'
  • Hinterfragung des eigenen Lebensstils
  • Öffnung für andere Sichtweisen
  • Abbau von Vorurteilen auf beiden Seiten
  • Bereicherung des Schulalltags

Wie kann eine Nord-Süd-Schulpartnerschaft aussehen?

  • Austausch von Briefen, Emails, Bildern etc.
  • Erarbeitung gemeinsamer Unterrichtsprojekte
  • Erstellung von Informationen über die eigene Lebenswelt für die Partnerschule
  • Studientage, Projekttage, Aktionen, Infoveranstaltungen zu Land und Kultur des Partners

Was kann die Indienhilfe für den Aufbau einer Schulpartnerschaft bieten?

  • Vermittlung von Partnerschulen in West- Bengalen an interessierte Schulen in Bayern
  • Begleitung der Partnerschaft durch Berater in Herrsching und Kolkata (Kalkutta)
    - Abstimmung der Erwartungen
    - Vermittlung und Hilfestellung bei Problemen
    - Aufrechterhaltung der Kommunikation
  • Überbringung von Briefen, Gegenständen etc. durch regelmäßige Indien-Reisen
  • Anregungen für die Gestaltung von Unterrichtsstunden, Projekttagen, Aktionen
  • Eine-Welt-Station mit einer Vielzahl an ausleihbaren Gegenständen, Büchern, Themenordnern, Diaserien, Filmen, didaktisch aufbereiteten Materialien etc. zu Indien für den Einsatz im Unterricht
  • Organisation von Gruppenreisen nach Bengalen

 


 

Auszeichnung

Die Vereinten Nationen haben für die Jahre 2005-2014 die Weltdekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" ausgerufen. Für die Beteiligung an dieser Dekade wird der Indienhilfe e.V. bezogen auf das Projekt

"Vermittlung und Begleitung von Nord-Süd-Schulpartnerschaften zwischen Schulen in Bayern/Deutschland und Westbengalen/Indien sowie modellhafte Begleitung der Städtepartnerschaft Herrsching - Chatra/Indien"

durch das Nationalkomitee der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" ausgezeichnet. Es wird damit als Beitrag zur Allianz "Nachhaltigkeit lernen" anerkannt. Die oben gennante Initiative darf in den Jahren 2006/2007 den Titel

Offizielles Projekt der UN-Weltdekade 2006/2007 Bildung für nachhaltige Entwicklung

tragen.

Die Vereinten Nationen haben die UNESCO weltweit mit der Umsetzung dieser Dekade betraut. Im Namen der Deutschen UNESCO-Kommission und des Nationalkomitees für die Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" gratulieren wir zu ihrem herausragenden Projekt.
 

Minister Walter Hirche
Präsident der Deutschen UNESCO-Kommission
Dr. Roland Bernecker
Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission
Prof. Dr. Gerhard de Haan
Vorsitzender des Nationalkomitees

Gemischtes Team aus Schülern der drei Partnerschulen beim Workshop im Januar 2005 - gemeinsam klappt es besser

Förderung bayerisch-bengalischer Schulpartnerschaften – spezifischer Beitrag der Indienhilfe zu Globalem Lernen

Elisabeth Kreuz
(Juni 2005)

Die 40 Internatsschüler der Toyaput High School, die im bitterkalten Winter ohne Schutz auf dem blanken Betonboden schliefen, gingen Regine Linder nach ihrem Projektbesuch in Orissa im Dezember 2004 nicht mehr aus dem Sinn. Als die für die Orissa-Projekte zuständige Mitarbeiterin der IH gleich nach Rückkehr aus Indien 728 € von Schülern der Montessorischule Inning entgegennehmen konnte - Ergebnis eines Schülerlaufs - schlug sie vor, den Betrag für Matten und Wolldecken zu verwenden. Die langjährige Verbindung der Montessori Schule Inning mit den Projekten in Orissa mündet jetzt in eine Partnerschaft der „Roten Klasse“ mit der Toyaput High School in Orissa.

Die Vermittlung und inhaltliche Begleitung von Schulpartnerschaften zwischen Bayern und Westbengalen ist das umfassendste, innovativste Projekt der Indienhilfe zur entwicklungspolitischen Bildung und Völkerverständigung. Die Partnerschaften sind ein idealer Rahmen für das Lernen über globale Zusammenhänge und “Eine-Welt-Themen”, den einfühlenden Umgang zwischen Menschen verschiedener Sprachen, Lebensstile und Kulturen, Religionen, Wohlstandsniveaus, die Übernahme von Verantwortung, das Praktizieren solidarischer Zusammenarbeit, und für das Entwickeln gemeinsamer Lernprojekte. Und: sie bieten Mitmachmöglichkeiten für vielerlei Talente und machen einfach Spaß.

Die Partnerschaften werden bisher von den regelmäßig von der IH koordinierten Lern- und Begegnungsreisen nach Westbengalen getragen. Ihre Teilnahme an der ersten solchen Reise 1992 bewegte eine Gemeinderätin, dem Herrschinger Gemeinderat eine Partnerschaft mit einer Kommune bei Kolkata (Chatra) vorzuschlagen – mit Erfolg. Daraus resultierten die ersten Schulpartnerschaften der Volksschule Herrsching und des Christoph Probst Gymnasiums Gilching. Weitere Schulen folgten, so das Dante Gymnasium München 2003, das Carl Spitzweg Gymnasium Germering im September 2004. Ein prächtiger Weihnachtsbasar erbrachte dort 2.030 € zugunsten der Förderung von nonformalen Lernzentren für Kinder aus ärmsten Familien, nicht selten Kinderarbeiter, in Westbengalen!

“Der Einfluß des Westens spiegelt sich in der aktuellen indischen Mode wieder – das Verschmelzen traditonellen und westlichen Bekleidungsstils bezaubert die indischen Teenager” ist auf einer der sieben farbenprächtigen und fantasievollen Collagen zu lesen, die indische Schüler und Schülerinnen für ihre deutschen Partnerschulen geschaffen haben. Bei einem zweitägigen Workshop waren im Januar 2005 erstmals 45 Schüler und 8 Lehrkräfte von den Partnerschulen in Chatra, Atghara und Kolkata zusammengekommen, um sich über Deutschland zu informieren und zu überlegen, welches Bild von Indien sie ihren Partnerschulen in Herrsching, Gilching, Germering und München vermitteln wollten, wo die Poster jetzt die Runde machen.

Wie könnte ein Projekttag Deutschland für indische Schulen aussehen? Das war der Arbeitsauftrag in einem weiteren Workshop, zu dem sich 34 Schüler und Lehrkräfte der indischen Partnerschulen und des Dante-Gymnasiums München am 29. März 05 in der Loreto Schule in Kolkata trafen. Lehrerin Anja Finckh und vier Abiturient/innen konnten während ihres Kalkuttaaufenthalts in den Osterferien daran teilnehmen. Es entstand eine umfangreiche Liste mit Ideen und Aktionsvorschlägen für die Vorbereitung eines “Germany Day”, der für den 6.2.06 an den Partnerschulen in Westbengalen und Orissa geplant ist. Die ca. 30 jugendlichen und erwachsenen Teilnehmer/innen der nächsten Gruppenreise der Indienhilfe werden Material erarbeiten und mitbringen und als authentische sog. resource persons live dabei sein.

Die Indienhilfe arbeitet daran, die Partnerschaftsarbeit langfristig zu institutionalisieren. Dazu dient z.B. die Einrichtung eines Partnerschaftsbüros in Kolkata. Seit einem Jahr ist Sujit Sinha, erfahren in Schul- und Kommunalpolitik, Koordinator der Aktivitäten in Westbengalen (er erhält dafür 40 €/Monat). Nun soll neben dem IH-Büro in Kolkata ein zusätzlicher Büroraum angemietet werden (incl. laufende Kosten und Internet ca. 2.000 € jährlich), um einen dauerhaften Arbeitsplatz (einmalig ca. 1.500 € einschl. PC) und Treffpunkt und vor allem Ort für die sich allmählich ansammelnden Medien zu schaffen, die den indischen Schülern Deutschland und die Deutschen nahe bringen sollen. Das sind z.B. ins Englische oder Bengalische übersetzte deutsche Literatur, Kunstbücher und Bildbände, Diaserien, Videos, Musikcassetten, Bildermappen, Poster, geographische Karten, aber auch Gegenstände, wie Kleidung, Schulmaterial, traditionelles Kunsthandwerk, Spiele, Sportgeräte, symbolische Gegenstände, Souvenirs usw.

Bei der Indienhilfe in Herrsching arbeitet derzeit die Ethnologin Sabine Dlugosch an der Ausweitung des Eine Welt Medienzentrums: die Bestände an indienbezogenen authentischen Objekten und Medien aller Art werden inventarisiert, didaktisch aufbereitet und ergänzt. Die bayerischen Partnerschulen sollen umfassende Unterstützung bei der Beschäftigung mit dem Partnerland Indien im Unterricht und bei Projekt- und Aktionstagen erhalten. Wir danken dem Kirchlichen Entwicklungsdienst (KED) der Evangelischen Kirche in Bayern für seine Förderung in Höhe von 5.000 €!

Für unsere Bildungsarbeit, das Medienzentrum und die Betreuung der Schulpartnerschaften benötigen wir noch ca. 15.000 € in diesem Jahr!

Bitte spenden Sie auf das Bildungskonto der Indienhilfe (430 370 411) unter dem Stichwort “Partnerschaft”!


Erstes Treffen von Lehrern der Partnerschule mit Sujit Sinha (ek)

Fortschritte in Sachen Schulpartnerschaften mit Schulen in Westbengalen - Gesucht: noch mehr interessierte Schulen in (Ober-)Bayern!

Regine Linder
(Juni 2004)

Seit 8 Jahren leisten die Volksschule Herrsching und Schulen in Herrschings Partnerkommune Chatra bei Kalkutta Pionierarbeit in Sachen Nord-Süd-Schulpartnerschaft: interessierte Lehrkräfte auf bayerischer und westbengalischer Seite haben sich kennen gelernt und Initiative ergriffen, um Annäherungen zwischen den Schülern ihrer jeweiligen Schulen zu ermöglichen und so das andere "fremde" Land näher zu rücken und differenzierter zu sehen. Inzwischen sind mehrere Sets von Briefen in Klassensätzen hin und her gewandert, sind die Beziehungen zwischen den Lehrkräften durch Besuche vertieft worden. Durch den Internet-Anschluss in Chatra soll die Kommunikation auch zwischen den Schülern bald schneller und unkomplizierter vonstatten gehen.
An den letzten beiden Gruppenreisen nach Westbengalen nahmen auch Lehrkräfte vom Christoph-Probst-Gymnasium in Gilching teil - eine Schulpartnerschaft zur Boys High School in Chatra hat sich ergeben und wird bereits mit Leben gefüllt. Neben dem Austausch von Unterrichtsmaterialien und Anschauungsmaterial wird über gemeinsame Unterrichtsprojekte nachgedacht.
Durch Vermittlung der Indienhilfe ist jetzt auch eine Partnerschaft zwischen der in vieler Hinsicht vorbildlichen Loreto-Schule in Kalkutta und dem Dante-Gymnasium in München auf dem Wege. Auf indischer Seite wurden schon von Schülern für die deutschen Partner beeindruckende "Bücher" über Kalkutta, über Indische Küche, über Religionen und über Kleidung in Indien usw. phantasievoll hergestellt und übersandt, die deutschen Schüler schickten Informationen und Collagen über das Leben in München.
Im Zuge der letzten Gruppenreise haben sich bereits weitere Kontakte angebahnt. Das Interesse auf bengalischer Seite an Partnerschaften mit bayerischen Schulen ist da - welche (ober-)bayerische Schule möchte sich noch auf dieses Erlebnis einlassen? Die Indienhilfe vermittelt gerne und ist bereit, eine solche Partnerschaft zu begleiten. Unserer Erfahrung nach ist eine unterstützende Begleitung sowohl hier wie auch in Indien wichtig, um die Probleme bei der Realisierung zu überwinden und nicht zu viel Frust auf beiden Seiten aufkommen zu lassen, wenn Erwartungen sich nicht oder zu langsam erfüllen.
In Kalkutta haben wir Sujit Sinha, den Leiter der IH-Partnerorganisation Swanirvar gewinnen können, die Koordination des Schulpartnerschafts-Projekts zu übernehmen, eines Projekts, das die Indienhilfe als Teil ihrer Bildungsarbeit durchführt. Er koordiniert die Treffen eines Gremiums von interessierten Lehrkräften der Partnerschulen in Westbengalen, kümmert sich darum, daß Briefe und Materialien der Partnerschulen an die deutschen Schulen geschickt werden (meist per Hand über Indien-/Deutschland-reisende), er soll die Erstellung von Lernkisten zu Deutschland initiieren und anleiten, und derzeit ist er damit beschäftigt, ein Partnerschaftprojekt an der Chatra Boys High School zu koordinieren: Herrsching sammelt Spenden für den Neubau von zwölf Klassenzimmern, die an dem maroden Gebäude aus den 30-er Jahren hatten abgerissen werden müssen. Sujit kümmert sich um die ordnungsgemäße Abrechnung und um die Dokumentation der Bauarbeiten - diese wiederum ist wichtig, um den Herrschinger Schülern und Bürgern Rückmeldung geben zu können.
Für das laufende Finanzjahr benötigt die Indienhilfe für das Schulpartnerschafts-Projekt etwa 3500 € für Fahrtkosten der Lehrer von Chatra nach Kalkutta zu den Treffen, Workshop von Schülern und Lehrern im November, Anschaffung einer Digitalkamera, die reihum zur Dokumentation von Aktivitäten aus-geliehen werden kann, Erarbeitung einer Broschüre über die Beziehungen zwischen Bengalen und Deutschland, Büromaterial und Honorar.

Spenden unter dem Stichwort "Schul-Partnerschaft" auf das Konto 430 370 411, Indienhilfe Bildung, KSK München Starnberg, BLZ 702 501 50.