Der Notfallfond der Indienhilfe

Im Jahr 2003 hat die Indienhilfe versuchsweise einen Notfallfonds eingerichtet, um unseren Partner menschliche Hilfeleistung in einzelnen besonders schlimmen Notfällen zu ermöglichen. Mittlerweile ist der Notfallfonds zu einer festen Einrichtung geworden und es wurden bereits die Kosten für Operationen und medizinische Behandlungen, für warme Kleidung in Kälteperioden, für Schul- und Ausbildungskosten sowie für Wiederaufbau von Häusern nach Überschwemmungen oder Überfällen wilder Elefanten.

Aktuell wurde Sofort-Hilfe aus dem Notfallfonds für folgende Projekte gewährt:

Nahrungsmittel-Hilfe für unterernährte Babies

Der kleine Raja Mondal aus einem Dorf in der Nähe von Adampur ist 9 Monate alt. Seine körperliche Entwicklung ist um Monate zurück, apathisch und kraftlos liegt er in den Armen seiner Mutter, die an Lepra und Tuberkulose leidet. Aufgrund ihrer eigenen Krankheit ist es ihr nicht möglich, ihr Baby zu stillen. Die Familie hat kein Geld, um die Baby-Nahrung zu kaufen, die für das Überleben des kleinen Jungen notwendig ist. Der Vater, der als Riksha-Fahrer arbeitet, verdient monatlich  500 bis 600 Rupien (ca. 10 bis 12 Euro). Das wenige Geld reicht knapp, um die beiden älteren Töchter und Eltern notdürftig zu ernähren.

Frauen aus der örtlichen Selbsthilfegruppe machen die Mitarbeiter unserer Partnerorganisation RHDC auf den schwerst unterernährten und kranken Raja aufmerksam, der damals 5 Monate alst ist. Die Mitarbeiter zögern nicht lange und leisten Sofort-Hilfe in Form von Baby-Milch und einem Brei aus Reis, Weizen und Hülsenfrüchten. Die medizinische Versorgung wird im Rahmen der laufenden Projektaktivitäten gewährleistet, aber für die zusätzlichen Kosten für die Nahrungsmittel ist RHDC auf unsere Unterstützung angewiesen. Um den kleinen Raja 6 Monate lang zu ernähren, sind insgesamt

1.800 Rupien (ca. 36 Euro) notwendig. Anschliessend ist Raja alt genug, um im Rahmen eines Programmes der indischen Regierung Nahrungsmittelhilfe zu bekommen.

Raja Mondal (9 Monate) mit seiner Mutter

Raja ist kein Einzelfall - insgesamt gibt es in den Projektdörfern um Adampur im Moment 10 Babies, deren Mütter nicht stillen können und die auf spezielle Baby-Nahrung angewiesen sind. Um diesen Familien, die alle unter der Armutsgrenze leben, die Baby-Nahrung für 6 Monate zur Verfügung stellen zu können, werden 18.000 Rupien  (360 Euro) benötigt, die von der Indienhilfe im Rahmen des Notfallfonds bewilligt wurden. .
 
 
Operation nach Unfall verhindert Querschnittslähmung

Anfang Dezember erreichte uns die Anfrage nach der Untestützung für die Not-Operation eines Adivasi-Jungen aus unserem Projektgebiet in Midnapur: Der 18jährige Krishna Mukherjee erlitt bei einem Unfall eine schwere Rückenverletzung, die eine sofortige Operation erfordert. Die Kosten für die Operation in Höhe von 16.000 Rupien (ca.  320 Euro) übersteigen die finanziellen Möglichkeiten der Familie bei Weitem. Der Vater ist an Lepra erkrankt und kann keiner Arbeit nachgehen. Die Mutter und ältere Schwester bestreiten den Familienunterhalt als Tagelöhner, da die Familie kein eigenes Land besitzt. Trotz ihres mageren Einkommens ermöglichte die Familie ihrem Sohn die Schulbildung und Krishna besucht nun die 9. Klasse. Um das Geld für die medizinische Behandlung ihres Sohnes zu ermöglichen, nahm seine Mutter einen Kredit von 1.000 Rupien bei der Selbsthilfegruppe auf, in der sie ein aktives Mitglied ist. Ferner erbettelte sie 500 Rupien. Die restlichen Kosten von 14.500 Rupien (ca. 290 Euro) hat die Indienhilfe im Rahmen des Notfallfonds übernommen. Im Moment ist Krishna im Krankenhaus und wurde gestern von einem amerikanischen Orthopäden operiert, der regelmäßig als Freiwilliger im Krankenhaus arbeitet. Einer unserer Projekt-Mitarbeiter hat Krishna und seine Mutter begleitet und wir erwarten seine Rückmeldung über den Verlauf der Operation in den nächsten Tagen.

 
Wenn auch Sie den Menschen in Indien bei individuellen Notlagen schnell und unbürokratisch helfen möchten, spenden Sie unter dem Stichwort "Notfallfonds" auf unser Projektkonto:

Indienhilfe e.V. Projekte
Konto 430 377 663
Kreissparkasse München-Starnberg
BLZ 702 501 50

Auch wenn die Hilfe schnell und unbürokratisch erfolgt, werden alle Fälle von unseren Mitarbeitern vor Ort überprüft und die Kosten genau abgerechnet.