Pressemeldung 18.12.2007
Bildung statt Arbeit für 2.900 indische Ureinwohner-Kinder
Indienhilfe sucht dringend Spender
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Nur 113 € jährlich kostet der Betrieb einer
Vorschule. Und knapp 300 € im Jahr sind die Kosten für ein
Nachhilfezentrum, in denen die Lern- und Lehrmaterialien und die
medizinische Versorgung für jeweils 30 bis 40 Kinder sowie das
Jahresgehalt des Lehrers enthalten sind. Für eines der größten Indienhilfe-Projekte in Westbengalen, von dem fast 2.900 Kinder in einem abgelegenen und benachteiligten Stammesgebiet profitieren, fehlen in diesem Jahr noch 28.000 € für den Betrieb der 83 Nachhilfezentren und 10 Vorschulen sowie für das Kinderarbeiter-Rehabilitations-Programm (2.049 €). Nur knapp 10 € pro Jahr ermöglichen einem Kind den Zugang zu Bildung und damit zu einer besseren Lebensperspektive! |
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Seit 27 Jahren unterstützt die Indienhilfe e.V.
Herrsching Projekte zur Armutsbekämpfung in Indien, um die
Lebensbedingungen von Kindern nachhaltig zu verbessern. Der integrierte
Entwicklungsansatz aller Projekte umfasst sowohl die Bildung und die
Gesundheit der Kinder als auch die Stärkung der Frauen und die
Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Familien, insbesondere durch
Förderung von Selbsthilfe- und Mikrofinanzgruppen.
Im Integrated Development Project Midnapur, das von der Entwicklungsorganisation der Erzdiözese Kalkutta getragen wird, liegen die Projektdörfer tief in einem Waldgebiet im indischen Bundesstaat Westbengalen. Der früher dichte Dschungel ermöglichte damals den dort lebenden Stammesangehörigen durch die nachhaltige Nutzung der Waldprodukte eine weitgehend unabhängige Lebensweise als Jäger und Sammler. In Folge der britischen Kolonialherrschaft und der Industrialisierung wurden die Wälder in großem Stile gerodet und den dort lebenden Menschen durch Gesetze die Nutzung der Waldprodukte untersagt, bzw. stark eingeschränkt. Die Jagd war verboten und der trockene Laterit-Boden und die schlechten Bewässerungsmöglichkeiten machten die Landwirtschaft wenig ertragreich. Bis heute leben die Menschen in extremer Armut in den Dörfern, die über keine Strom- und Wasserversorgung verfügen und von den Hauptverkehrsstrassen abgeschnitten sind. Besonders schwierig ist die Situation für die Kinder, viele von ihnen sind unterernährt. Bis vor kurzem war der Schulbesuch keine Selbstverständlichkeit für sie – Kinderarbeit die Regel. Durch die jahrelangen von der Indienhilfe unterstützten Projektaktivitäten besuchen mittlerweile fast alle Kinder die örtlichen Regierungsschulen. Die Kinder sind fast immer "first-generation-learners", d.h. ihre Eltern sind Analphabeten und können ihnen keine Unterstützung bei den Hausaufgaben geben. Zudem ist die Unterrichtssprache Bengali den Santals und Lodhas mit ihren je eigenen Stammessprachen nicht vertraut. Damit die Kinder dem Unterricht folgen können und den Schulbesuch nicht vorzeitig abbrechen, bieten 83 Nachhilfezentren den Kindern Hausaufgabenhilfe und individuelle Förderung an. Kulturelle Aktivitäten wie Tanz und Gesang tragen dazu bei, die Stammeskultur der Kinder zu bewahren. Im Rahmen der Umwelterziehung lernen die Kinder, ihre Umwelt zu beobachten, Veränderungen wahrzunehmen und die natürlichen Ressourcen nachhaltig zu nutzen. Monatlich überwacht ein Arzt den Gesundheitszustand und die körperliche Entwicklung der Kinder und stellt die medizinische Versorgung sicher. Die Lehrer berufen regelmäßig Treffen mit den Eltern ein, um Themen wie persönliche Hygiene, richtige Ernährung, Wert von Bildung etc. zu diskutieren. Als neue Aktivität sollen in diesem Jahr 10 Vorschulen eröffnet werden, um Kinder von 3 bis 6 Jahren auf den Schulbesuch vorzubereiten, insbesondere auch sprachlich zu fördern. Weil der Indienhilfe die finanziellen Mittel für die Neueröffnung der Vorschulen fehlten, konnte diese wichtige Aktivität nicht wie geplant im April 2007 begonnen werden. Sobald ausreichend Spenden eingegangen sind, sollen sie umgehend eröffnet werden! Seit einem Jahr läuft auch ein innovatives Programm zur Rehabilitation von Kinderarbeitern, das Schulabbrechern und Kinderarbeitern die Rückkehr in die staatlichen Schulen ermöglicht. In maximal zwölf Monaten werden 20 Kinder auf die Rückkehr in die ihrem Alter entsprechenden Klasse in der Regierungsschule vorbereitet. Dabei wird nach einem speziellen didaktischen Konzept vorgegangen, bei dem die Kinder individuell entsprechend ihrer eigenen Geschwindigkeit und Fähigkeiten lernen und gleichzeitig andere Kinder unterrichten. Die als gemeinnützig anerkannte und mit dem DZI-Spendensiegel ausgezeichnete Indienhilfe e.V. Herrsching sucht dringend noch Spender für dieses wichtige Projekt! Spenden bitte unter dem Stichwort "IDP Midnapur" auf unser Projektkonto (Kontonummer 430 377 663 bei KSK Mü-Sta, BLZ 702 501 50) überweisen. Weitere Informationen: Indienhilfe e.V., Luitpoldstr. 20, 82211 Herrsching, 08152-1231, email@indienhilfe-herrsching.de , http://www.indienhilfe-herrsching.de Die Pressemeldung zum Download (pdf, 92 kb) finden Sie hier! |
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