15 Jahre Stiftung „Hilfe für Indien“ in Herrsching
„Es war wie ein Wunder!“ erinnert sich Elisabeth Kreuz noch gut an den Anruf eines langjährigen Großspenders im Jahr 2010: Er plane, eine Stiftung zur Förderung der Aktivitäten der Indienhilfe einzurichten. Es war damals eine Zeit größter Unsicherheit für die Indienhilfe. Die um 1880 erbaute Alte Herrschinger Volksschule, in der der Verein Räumlichkeiten von der Gemeinde Herrsching gemietet hatte und zudem Keller- und Speicherräume nutzen durfte, sollte verkauft werden, der Abriss des historischen Gebäudes stand damit im Raum. Doch wo hätte die Indienhilfe in Herrsching vergleichbare bezahlbare Räumlichkeiten finden können? Die Gründung der Stiftung „Hilfe für Indien“ Ende Dezember 2010 brachte die Wende: Durch die Umschichtung eines Großteils des Stiftungsvermögens, zu dem neben dem Stifter-Ehepaar (320.000 €) auch ZustifterInnen aus den Reihen der Indienhilfe mit insgesamt 52.000 € beigetragen haben, in den Erwerb des Grundstücks mit der „Alten Schule“ vor 15 Jahren konnte das historische Gebäude gerettet werden. Die Indienhilfe mietet seither ihre Räume von der Stiftung „Hilfe für Indien“, welche ihrerseits aus den Mieteinnahmen, auch aus der Vermietung eines ehemaligen Klassenzimmers als Veranstaltungsraum, die gemeinnützige Arbeit der Indienhilfe fördert.
Neben Geschäftsstelle und Weltladen im Erdgeschoss betreibt die Indienhilfe seit 2012 im ersten Stock die Fachstelle Eine Welt Station für Globales Lernen Herrsching für die regionale entwicklungspolitische Bildungsarbeit (eine von inzwischen 27 solcher Stationen in Bayern): ein kleiner Büro- und Medienraum mit den Arbeitsplätzen der Indienhilfe-Bildungsreferentin und der Eine Welt-Promotorin Oberbayern Süd (im Rahmen eines bundesweiten staatlich finanzierten Programms) sowie ein größerer Gruppenraum mit Küchenzeile und Bibliothek. Der „Saal“ (das letzte verbliebene Klassenzimmer in seiner ursprünglichen Gestalt) auf der Nordseite wird von der Stiftung für kulturelle und Bildungsveranstaltungen und regelmäßige Kurse (insbesondere der Volkshochschule StarnbergAmmersee) vermietet. Auch die Indienhilfe nutzt ihn für Ausstellungen, für Workshops und Fortbildungen, für Vernetzungstreffen und für kulturelle „Indien-Veranstaltungen“, um den Menschen in und um Herrsching die Vielfalt indischer Literatur, Musik und Kunst näher zu bringen. So fanden dort im Sommer 2025 drei (deutsch-)indische Konzerte statt, für die die Künstler den Saal von der Stiftung angemietet hatten. Und kürzlich hat Märchenerzählerin Daniela Tax Kinder und Familien mit einem vergnüglichen indischen Märchen, „Der tapfere Dhobi“ aus der Märchen-Sammlung „Der kluge Papagei“ von Hans Reutimann, ins ferne Indien mitgenommen, ja, sie die Geschichte dann sogar mit vielerlei Original-Utensilien und -gewändern nachspielen lassen.

Mit den Einnahmen aus der Raumvermietung und aus einer (ethischen) Geldanlage verwirklicht die Stiftung ihren Satzungszweck, der weitgehend mit den satzungsgemäßen Zielen der Indienhilfe übereinstimmt. An erster Stelle steht dabei die Förderung der Entwicklungszusammenarbeit, insbesondere in Indien, daneben aber auch die Förderung internationaler Gesinnung, der Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und des Völkerverständigungsgedankens, sowie die „Förderung der Erziehung, Volks- und Berufsbildung“ in Deutschland. Gemäß den Vorgaben des Stifter-Ehepaares ist die Stiftung nicht selbst operativ tätig, sondern fördert mit ihren Erträgen aus Kapitalanlage und Mieteinnahmen die Projekte der Indienhilfe in Indien, aber auch ihre entwicklungspolitische Bildungsarbeit hier bei uns. Daneben verlangt die Stiftungsaufsicht jedoch auch die Bildung von Rücklagen für die Instandhaltung des Gebäudes. (Mehr als 20.000 € mussten 2021 in die Auswechslung der defekten Gastherme investiert werden, ganz abgesehen von der Renovierung der Jugendhaus-Räume im ersten Stock nach dessen Auszug im Frühjahr 2012 - mit Kosten von ca. 13.000 € und sehr viel ehrenamtlich geleisteter Arbeit.)
Von 2012 bis 2025 konnte die Stiftung so insgesamt einen Betrag von gut 174.000 Euro an die Indienhilfe ausschütten, von dem der Großteil in die Projekte in Indien geflossen ist. Aber auch die Bildungsarbeit der Indienhilfe hier in Deutschland wird jährlich mit 2.-3.000 Euro gefördert.
Als Mitglied des Bundesverbands Deutscher Stiftungen unterstützt die Stiftung „Hilfe für Indien“ außerdem dessen Forderung an alle deutschen Stiftungen, sich unabhängig von ihrer jeweiligen Programmatik „nach innen und nach außen" klar für die Ziele des Pariser Klimaabkommens und für die UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals - SDGs) einzusetzen. So hat sich die Stiftung "Hilfe für Indien" als Eigentümerin des inzwischen Welthaus „Alte Schule“ benannten Gebäudes den Kriterien des Vereins „a tip: tap“ als „leitungswasserfreundliche Organisation“ verpflichtet: Im gesamten Haus darf nur Leitungswasser angeboten und verwendet werden, Flaschenwasser ist tabu. Am Wasserhahn im Erdgeschoss - der „Refill-Station“ für Leitungswasser - dürfen sich PassantInnen, RadlerInnen, Andechs-PilgerInnen von der AWA geprüftes Leitungswasser abfüllen.
Weitere Zustiftungen, aber auch Spenden, sind möglich und willkommen! Ansprechpartnerin: Elisabeth Kreuz
Weitere Informationen zur Stiftung HIER
Kontakt: Stiftung „Hilfe für Indien“, Luitpoldstr. 20, 82211 Herrsching, stiftung@indienhilfe-herrsching.de


